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Kakerlaloop: Als die Kakerlaken bei uns im Kinderzimmer Einzug hielten

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Kakerlaloop: Als die Kakerlaken bei uns im Kinderzimmer Einzug hielten

Wer Vater von zwei Kindern ist, h√∂rt sp√§testens nach den ersten vier Jahren auf sich zu wundern und Widerstand zu leisten. P√§dagogische Grunds√§tze werden √ľber Bord geworfen, Spielzeug h√§lt Einzug gegen das man sich als unwissender und naiver Noch-Nicht-Vater vehement ausgesprochen h√§tte. K√ľrzlich sind gar Kakerlaken in das Kinderzimmer eingezogen.

Wir hatten einen Traum. Eines Tages, wenn wir einst Kinder h√§tten, w√ľrde das Kinderzimmer gut gef√ľllt mit p√§dagogisch wertvollem Spielzeug sein. Dieses w√ľrde die Entwicklung unser Spr√∂ssling auf geschickte Art vorantreiben. Ganze Heerscharen an Wissenschaftlern h√§tten sich zur Erzielung der besten Ergebnisse mit diesem Spielzeug besch√§ftigt, das nat√ľrlich ausschlie√ülich aus Holz hergestellt sein w√ľrde.

Jahre sp√§ter trat die Ern√ľchterung ein. Wunschvorstellung traf Realit√§t. Wir hatten zwar unsere Grunds√§tze und unsere Tr√§ume nicht g√§nzlich √ľber Bord geworfen. Doch Geschenke von Verwandten und Freunden hatten unser Vorhaben nach und nach konterkariert. Au√üerdem hatten wir den sozialen Druck untersch√§tzt. ūüĎČūüŹĽEin M√§dchen, das nicht mindestens zehn Barbies besitzt, wird in der Schule fast schon gesellschaftlich ge√§chtet. Mit dem Einzug dieser Plastik-Barbies waren alle D√§mme gebrochen und das super-tolle Holzspielzeug begann zunehmend ein Schattendasein zu fristen.

Spielzeug Kinder Kakerloop

Plastik, Barbies, Kakerlaken: Was kommt sonst noch?

Nun gut k√∂nnte man sagen. Eltern neigen dazu √ľbergro√üe Anspr√ľche, Ideen und W√ľnsche zu haben, die eben von der Realit√§t in ihre Schranken gewiesen werden. Eltern m√ľssen akzeptieren, dass nicht nur sie selbst Einfluss auf die Kinder in Bezug auf die Spielzeugwahl aus√ľben, sondern eben auch Mitsch√ľler, Freunde und erste Fernseherfahrungen.

Aber neulich setzte ein befreundetes Ehepaar, selbstverst√§ndlich nicht kinderlos, der Sache die Krone auf. Mit Kakerlaloop¬†schenkten sie unseren M√§dels ein Spiel mit einer Kakerlake in der Hauptrolle. Das zeigte uns nicht nur, dass wir so manche Freundschaften √ľberdenken sollten, sondern dass Kinder an den unm√∂glichsten Spielideen Spa√ü haben k√∂nnen.

Das Spiel Kakerlaloop

Das Spiel an sich ist leicht beschrieben: Eine Kakerlake bewegt sich durch Loopings und gelangt durch ebendiese vom Spielfeld in den ‚ÄěUntergrund‚Äú. Unter der Oberfl√§che versucht sie wieder zu einem der Loopings zu finden und das Spielfeld zu betreten, das sie dereinst mittels des Betretens eines Loopings verlassen hatte.

In der Abwesenheit der Kakerlake, ein kleines roboter√§hnliches Ding, versuchen die K√§fer von A nach B zu gelangen. Ist die Kakerlake wieder aus dem Untergrund mittels Looping auf das Spielfeld gelangt hei√üt es bangen. Es darf nicht mehr gew√ľrfelt, sondern nur mehr abgewartet werden. Verschiebt die Kakerlake den K√§fer vom jeweiligen Spielfeld, hei√üt es wieder ganz zur√ľck nach A und einen neuerlichen Anlauf genommen.

Soweit zum eher √ľberschaubaren Spielkonzept, das man auch als schnell verst√§ndlich bezeichnen k√∂nnte. Zu allem √úberfluss aber noch: Kein Holz, nirgends! P√§dagogisch wertvoll? Auch eher nicht.

Erste Assoziationen machten sich breit. Das Ger√§usch der Kakerlake weckte Erinnerungen an den Zahnarzt und an kleinere Bohrmaschinen. Wir begannen Hoffnung in Bezug auf die N√ľtzlichkeit des Spieles zu hegen. Wenn es schon aus p√§dagogischer Sicht keinen gro√üartigen Wert hatte, dann k√∂nnte es zumindest dazu in der Lage sein unseren Kindern die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen und das verhasste Bohrger√§usch zum geduldeten Alltagsger√§usch zu machen.

Mit dieser Hoffnung lie√üen wir uns dazu √ľberreden mitzuspielen. Und das, obwohl das Spiel ganz eindeutig den Vorteil hatte, dass es aufgrund seiner Einfachheit auch von zwei Kindern allein gespielt werden konnte und Mama und Papa somit zu ein bisschen mehr Freizeit und Ruhe gelangen w√ľrden.

Spielzeug Kinder Kakerloop
Unser Spielerlebnis als Familie bei Kakerlaloop

ūüėÉUnsere Erlebnisse beim Spielen: Das Tempo des Spiels ist, zumal wenn zu viert gespielt, relativ hoch. Das erh√∂ht zumindest den Blutdruck bei m√ľden V√§tern und M√ľttern und macht tempor√§r munterer. Den Kindern gef√§llt das Spiel. Sie w√ľrfeln, spielen und beeilen sich so sehr, wie man es in stressigen Situationen sonst nicht zu Gesicht bekommt. Wom√∂glich w√ľrde das Spiel also, neben dem Zahnarzt Problem, auch in dieser Hinsicht Besserung herbeif√ľhren.

Dann aber geschah das v√∂llig Unerwartete. ūüĎČūüŹĽAuch wir als Eltern hatten Spa√ü am Spiel! Das schnelle, einfache Nicht-Holz-Spiel machte Laune! Nach und nach verga√üen wir unsere Grunds√§tze, die in unseren Hinterk√∂pfen immer noch pr√§sent waren. Wir verbrachten flotte und lustige Augenblicke mit unseren M√§dels, alle waren gl√ľcklich. Und das ist schon mal nicht nichts.

Fazit: Wider erwarten kann man das Spiel empfehlen. F√ľr Bio-√Ėko-Holzspielzeug-M√ľtter und ‚ÄďV√§ter mit festen und unverr√ľckbaren Grunds√§tzen wird es aber wohl eher nichts sein. Wer aber ein kleines bisschen seine Grunds√§tze verr√ľcken, auch mal Spa√ü haben kann und den Kindern Spa√ü g√∂nnt, sollte es mit Kakerlaloop versuchen‚Ķ

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